Hartz4 und Weihnachten – ein paar wertvolle Tipps

Achtung: Satire

 

Andi RuhnkeLiebe Hartz-IV-Empfänger,

die Weihnachtsmärkte der Republik sind eröffnet und damit ist es Zeit für ein paar gutgemeinte Tipps für eine rundum gelungene Weihnachtszeit.

Wer von euch in diesem Jahr noch Weihnachtsgeschenke machen kann, sollte dies unbedingt und  unverzüglich seiner zuständigen ARGE melden, denn Vermögen muss angezeigt werden.  Und zwar möglichst detailliert und mit entsprechenden Belegen, damit eure Sachbearbeiter es leichter haben, euch das offensichtlich zu viel gezahlte Geld im Januar wieder vom Regelsatz abziehen zu können.

Der ARGE ist unverzüglich nach Weihnachten ebenfalls mitzuteilen, was ihr an Geschenken bekommen habt. Denn, ein jedes Geschenk ist auch ein geldwerter Vorteil. Die Meldepflicht, die sich schon aus moralischen Gründen ergibt und zu der sich jeder verpflichtet fühlen sollte, der sich nicht dem Verdacht des asozialen Verhaltens schuldig machen und/oder  fühlen möchte, gilt insbesondere für selbstgebastelte Geschenke, da in diesen mit an Bestimmtheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch Schwarzarbeit eingebracht worden ist, was durch Experten vom Zoll dann im Einzelfall mit deutscher Gründlichkeit geprüft werden kann. Wobei das Prüfungsergebnis eigentlich schon vor der Prüfung feststeht…

Wer von euch einen netten Abend unterm Weihnachtsbaum verbringen möchte, sollte bitte keinen eigenen Baum kaufen (na, das könnt ihr ja sowieso nicht), oder falls er es tut, dies ebenso der ARGE zu melden, wie es zum Thema Geschenke oben schon beschrieben steht. Bitte nutzt für diesen Abend dann die Weihnachtsbäume, die in jeder Fußgängerzone  und/oder auf dem Rathausplatz, Marktplatz oder sonst wo in eurer Stadt zu finden sind. Übrigens, aber dies nur am Rande bemerkt: diese Weihnachtsbäume und dessen wunderschöne Beleuchtung  werden regelmäßig und völlig uneigennützig von ortsansässigen Geschäftsleuten und auch von den Banken finanziert, weshalb es eine Selbst-verständlichkeit sein sollte, diesen dafür wenigstens mit einem Dankschreiben (das an die Bäume gehängt werden kann) zu huldigen. Angemessener wäre natürlich kostenloses, freiwilliges und selbständiges Schneeschieben vor den Geschäften der edlen Spender, wobei es vollkommen ausreicht, wenn ihr den Schnee während der Öffnungszeiten beiseite räumt, d.h. natürlich kurz vor Ladenöffnung beginnend.

Gemeinsam mit anderen Hartz-IV-Empfängern unter öffentlich aufgestellten Weihnachtsbäumen zu feiern, stärkt nicht nur das Zusammengehörigkeitsgefühl, es ermöglicht euch auch noch ein ganz neues dynamisches Gruppenerlebnis (gemeinsames Singen von Weihnachtslieder usw.). Darüber hinaus ist dies in diesem Jahr noch vollkommen kostenlos, was sich in 2012 voraussichtlich ändern wird. Hierzu noch ein gebührenfreier Hinweis: die in der Diskussion befindliche „Zweitnutzungsgebühr für öffentlich aufgestellte Weihnachtsbäume“, kann rückwirkend erhoben werden, so dass ihr eurem Sachbearbeiter bitte auch über eure diesjährige Teilnahme unterrichtet, damit die Gebührenbescheide ordnungsgemäß und zeitnah, sowie ohne weitere aufwendige Recherche durch die Ermittlungsbehörden, zugestellt werden können. Eine absichtliche Nichtmeldung, so ist es in der Debatte, wird zur Folge haben, dass ihr die Kosten für die Recherche anteilig bezahlen müsstet…

Denkt aber bitte daran, dass Flaschen, Kippen und anderer Unrat nach der Feier wieder eingesammelt werden. Das mit den Flaschen macht ihr ja schon automatisch. Aber bitte denkt auch hier an die Solidargemeinschaft und meldet das erwirtschaftete Pfandgeld bei der ARGE an.

Selbstverständlich gilt vorstehendes vollumfänglich auch für den Nikolaustag am 06. Dezember.

Hier noch ein paar leckere Rezepte für ALG II- Bezieher zu Weihnachten: Etwas Zimt an die Dosenravioli oder die Erbsensuppe, oder den Thunfisch aus der Dose und schon schmeckt es richtig weihnachtlich.

In diesem Sinne wünsche ich euch und mir eine friedvolle Adventszeit sowie hartzfröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr.  Verdient habt ihr und ich das nicht, aber zum Fest der Liebe kann man ja mal Gnade walten lassen…

Herzlichst

Euer Andi

P.S.: Tipps für eine Hartz-4-Gerechte Silvester-Party folgen spätestens am 2. Januar – ihr könnt ja nachfeiern…

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